Freiheit ist nicht nur ein Recht, sondern auch ein Systemzustand

Foto von:  SimplyAbbey
Foto von: SimplyAbbey

 

Die Forderungen nach "mehr Freiheit" und das "Recht auf politische Selbstbestimmung", waren in den letzten Wochen und Monaten landauf, landab die zentralen Anliegen von Bewegungen wie "Occupy" oder "Echte Demokratie jetzt".

 

Doch damit sind die Gemeinsamkeiten der überwiegend kapitalismuskritischen Bewegungen auf der einen Seite und den libertären Streitern für mehr Freiheit und Bürgerrechte auf der anderen Seite auch schon aufgebraucht. Spätestens seit den spektakulären Achtungserfolgen von Ron Paul bei der Kandidatenkür zu den Präsidentschaftswahlen in den USA haben nämlich auch die libertären Kapitalismusbefürworter Zulauf bekommen. Sie sehen sich ebenfalls als Streiter für mehr "Freiheit und Bürgerrechte". Jedoch haben sie ganz andere Vorstellungen davon, was unter Freiheit zu verstehen ist.

 

Worum geht es?

 

Betrachten wir hierzu einen von Occupy Frankfurt verfassten Aufruf einmal genauer.

Deren Appell lautet wie folgt:

 

"Aufruf

 

Wir wissen, dass wir gemeinsam etwas ändern können. Es ist dein Recht. Stehe auf und gib dem Protest eine Stimme, beteilige dich an friedlichen Demos und Besetzungen. Wenn wir uns zusammentun, können wir das ändern.

 

Gib deiner Stimme Ausdruck für:

 

Gleichheit, Fortschritt, Solidarität, politische Selbstbestimmung, kulturelle Freiheit, Nachhaltigkeit und Entwicklung, Wohl und Glück der Menschen. Das Recht auf bezahlbaren Wohnraum, Arbeit, Kultur, Gesundheit, freie Bildung, freie persönliche Entwicklung."

 

So oder so ähnlich lauten auch die Forderungen in Berlin, New York, Madrid oder Santiago.

 

Das hört sich ganz anders an, als die Aufforderungen libertärer Geister nach Abschaffung des "Nannystaates", der ihrer Ansicht nach immer wieder und immer mehr in das Recht auf Selbstbesitz und auf Selbstbestimmung eingreift.

 

Gehen wir der Sache mal auf den Grund. Weshalb gehen so viele auf die Straße oder beklagen sich im Internet darüber, dass sie sich in ihrem Recht auf freie Entfaltung beeinträchtigt fühlen?

 

  1. Der immerwährende Kampf um Selbstbestimmung

  2. Druck

  3. Zwänge

  4. Persönliche Defizite

  5. Gesellschaftliche Fehlentwicklungen

  6. Falsche Anspruchshaltung

 

1. Der immerwährende Kampf um Selbstbestimmung


Woher leitet sich eigentlich unsere Forderung ab, dass jedem von uns das "naturgegebene Recht" auf Freiheit und Selbstbestimmung zustehen würde?

 

Dazu muss man zunächst dieser einen zentralen Frage auf den Grund gehen: Wem gehört der Mensch? Dem Staat, der Familie, der Gesellschaft, der Religion, dem Herrscher, dem (Ehe-) Partner oder sich selbst? Die Auffassung, dass er sich selbst gehören soll, hat sich inzwischen in unseren Breiten durchgesetzt. Das war aber nicht immer so und ist auch noch nicht überall selbstverständlicher Standard.

 

So lange der Mensch alleine nicht überlebensfähig war, musste er als Teil einer Überlebensgemeinschaft sein Leben fristen. Die Überlebensgemeinschaft sorgte als Gruppe für Sicherheit und Auskommen eines jedes ihrer Mitglieder. Der Preis dafür war allerdings hoch. Der Einzelne gehörte nicht sich selbst. Jedes Mitglied musste sich mit all seiner Schaffenskraft für den Erhalt und den Bestand der Gruppe einsetzen und ihren Regeln gehorchen.

 

Mit Beginn der Aufklärung setzte ein Individualisierungsprozess ein, der bis heute anhält. Das Individuum wollte sich nicht mehr dem Gruppenzwang, der Willkür und der Gewaltherrschaft von Machthabern, Cliquen oder Kadern beugen. Dem Drang nach Freiheit wurde jedoch nicht kampflos nachgegeben.

 

Psychologen kennen das Phänomen: Jede Gruppe strebt danach, möglichst stark, stabil und mächtig zu sein und dies auch zu bleiben. Das macht Sinn, denn schließlich hat dieser Mechanismus von jeher allen Gruppenmitgliedern Leib und Leben gesichert. Das Ausscheren Einzelner (und es sind ja dann meistens die Stärksten, die das tun) schwächt die Gruppe. Wenn zu viele abtrünnig werden, fällt die Gruppe auseinander. Um das zu verhindern, haben Gruppen mächtige und oft zum Teil unglaublich brutale Strategien entwickelt. Meist droht der Sozial-Pranger, wenn man sich nicht gruppenkonform verhält. Nicht selten steht sogar die Todesstrafe darauf, eine Gemeinschaft verlassen oder sie in ihrem Bestand gefährden zu wollen. Ob bei Ehrenmorden oder bei der Todesstrafe, etwa bei Republikflucht oder im Falle der Konversion vom Islam zum christlichen Glauben, überall spielen dieselben Motive hinein: Der Zusammenhalt der Gruppe ist wichtiger als das Schicksal des Einzelnen. Der Einzelne ist nichts, das Kollektiv ist alles. So lautet die Devise.

 

Diese Einstellung war jahrtausendelang richtig, wichtig und sinnvoll. Wann der Prozess eingesetzt und welchen Verlauf er genommen hat, soll hier nicht weiter vertieft werden. Entscheidend ist jedoch, dass mit Beginn des Individualisierungsprozesses nicht mehr die Gruppe, sondern der Einzelne in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt worden ist. So ist denn auch die Einführung eines Rechts auf individuelle Freiheit nichts anderes, als die Forderung, sich aus dem Zwang und dem Zusammengehörigkeitsbestreben von Gruppen lösen zu dürfen, sich also zu individualisieren und einen eigenen Entwicklungsweg beschreiten zu können. Die Auffassung: Der Mensch gehört seinem Herrscher, der Familie, dem Clan oder der Religion, ist ersetzt worden durch die Auffassung: der Mensch gehört sich selbst. Dadurch hat ein Paradigmenwechsel von unglaublich weitreichenden Folgen stattgefunden.

 

Der Einzelne entzieht sich durch diesen Paradigmenwechsel zwar dem Zwang, sich für den Zusammenhalt der Gruppe notfalls aufopfern zu müssen, er verliert allerdings auch den Schutz, den nur eine Gruppe oder ein Kollektiv zu bieten hat. Denn Schutz gewähren Gruppe und Kollektiv nur denjenigen, die absolut loyal sind.

 

Freiheit hat also einen Preis. Den der Schutzlosigkeit. Man kann nicht beides haben: Sicherheit und Freiheit.

 

Nun hat sich folgende Situation ergeben: Die Starken haben sich aus der Gemeinschaft verabschiedet. Sie leben ihre Freiheit und ihren Individualismus. Zurück geblieben sind die Schwachen, die der Sicherheit der Gruppe weiterhin bedürfen. Die Starken fordern zwar: "Freiheit für alle" verkennen jedoch, dass sich viele diese Freiheit nicht leisten können, denn dazu bedarf es gewisser Fähigkeiten und günstiger Lebensumstände auf die sich nicht alle in unserer Gesellschaft stützen können.

 

Die Folge: Der Ruf nach Gemeinschaft durch Zwang wird wieder stärker. Die Gruppe (in ihrer größten Ausformung der "Staat"), fürchtet um ihre Funktionalität. Je mehr Menschen sich individualisieren und sich den Normen der Gruppe (Staat, Kollektiv) entziehen, umso massiver ist das Kollektiv in seiner Schutz- und Leistungsfunktion geschwächt. Aus diesem und noch anderen Gründen sind intensive Bestrebungen aller politischen Parteien erkennbar, die Freiheits- und Bürgerrechte des Individuums einschränken zu wollen. Dies löst wiederum heftige Gegenbewegungen aus. Das Bedürfnis nach Schutz des Einzelnen vor dem Zugriff des Staates auf die Persönlichkeitsrechte und des Versuches, diese einzuschränken zu wollen, verstärkt sich.

 

2. Druck

Durch den ersten Paradigmenwechsel, der den Übergang vom abhängigen Individuum zum selbst bestimmten Individualisten kennzeichnet, hat sich das bis dahin bestehende gesellschaftliche System komplett verändert. Die klassische Verteilung "Ich verdiene Geld, du hältst mir den Rücken frei" bzw. "Wenn du mich ernährst, mache ich den Haushalt und kümmere mich um die Kinder" ist abgeschafft worden.

 

Die Arbeitsteilung wie sie in Großfamilien und Clans üblich war, funktioniert nicht mehr. Die einstmals starren gesellschaftlichen Rollen und Zwänge haben sich aufgelöst. Klar, die Rollennormen haben die einzelnen Familienmitglieder massiv eingeschränkt und die persönliche Entfaltung stark behindert. Aber sie haben den Einzelnen auch geschützt. Vor Überforderung, vor Übergriffen und vor Konkurrenzdenken. Das gab es damals alles nicht. Man war eineFamilie, eine Einheit, man hielt zusammen.

 

Der Preis der neu gewonnenen Freiheit besteht darin, dass wir das gesellschaftliche Grundgerüst, die Struktur verloren haben. Die gesamte Statik ist zusammengebrochen. Verwundbar und ungeschützt sind wir den rauen Kräften der Ellenbogengesellschaft ausgesetzt und müssen nun den ganzen Druck, der ständig von allen Seiten auf uns einwirkt, alleine aushalten. Wer diesem Druck nicht Stand hält, kann sich nicht durchsetzen und behaupten. Der persönliche Macht- und Kontrollbereich ist beschnitten und bleibt auf ein Minimum beschränkt. Das wird von vielen Menschen als Unfreiheit erlebt.

 
 

 

 

 3. Zwänge

 

Da die Arbeitsteilung nicht mehr funktioniert, müssen wir uns um alles selber kümmern. Auf niemanden ist mehr Verlass. Das überfordert uns. Wir können nichts mehr nur stillschweigend delegieren und darauf vertrauen, dass es jemanden da draußen oder ganz in unserer Nähe gibt, der sich um unser Wohlbefinden kümmert. Der sich für unsere Sicherheit und unser Auskommen zuständig fühlt und dafür sorgt, dass alles reibungslos klappt. Also bleibt alles an uns selber hängen. Uns bleibt keine andere Wahl, als die dafür notwendigen Fähigkeiten und Kernkompetenzen selber zu entwickeln, sonst gehen wir unter. Wir müssen uns mit Dingen befassen, die wir ablehnen, mit Dingen, die uns zutiefst zuwider sind oder die uns eigentlich gar nicht interessieren. Auch das schränkt unsere (gefühlte) Freiheit und unser Recht auf Selbstbestimmung ein.

 

 

4. Persönliche Defizite

 

Die Entwicklung der erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen ist nicht überall gleich gut gelungen. Es bestehen noch allzu oft erhebliche Defizite, wenn es darum geht, sich für einen Beruf zu qualifizieren, den eigenen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, die Finanzen in Ordnung zu halten, soziale Beziehungen zu pflegen, sowie dem eigenen Leben eine tragfähige Struktur zu verpassen. Wer über das notwendige Know How verfügt, kann sich in unserer Gesellschaft schnell und sicher bewegen. Er kann Chancen erkennen und nutzen. Alle anderen bleiben außen vor.

 

 

5. Gesellschaftliche Fehlentwicklungen


Diejenigen, die das Selbstmanagement nicht hinbekommen, fühlen sich von der Gesellschaft, vom Staat, von ihren Familien und Mitmenschen im Stich gelassen. Sie haben sich ihre Situation ja nicht unbedingt selbst herausgesucht. Ihnen wäre ein kollektivistisches Gesellschaftssystem wie wir es bisher hatten, mit intakten (Groß-) familien und einem fürsorgenden Vater Staat lieber, als diese hochkomplexe und pluralistische Individualgesellschaft.

 

Allerdings hat sich die Mehrheit der Bevölkerung für eine individualistische Gesellschaftsform entschieden. Deshalb haben wir sie ja. Nun zeichnet sich allerdings ab, dass dieses System nicht nur Gewinner sondern eben auch viele Verlierer produziert. Wer skrupellos genug ist, kann sich ungestraft über alle Grenzen und Vorschriften hinweg setzen. Er kann bestechen, betrügen und manipulieren. Er kann sich legal oder illegal bereichern und damit ein immer höheres Maß an Macht und Einfluss sichern. Die Schwachen und Anständigen bleiben auf der Strecke.

 

Dieses System gefährdet inzwischen die gesamte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Das ist genau der Punkt, an dem die Occupy-Bewegung ihre Kritik zurecht äußert. Das System steht auf der Kippe. Das ist auch der Grund, weshalb eine komplette Neuausrichtung, ein erneuter Paradigmenwechsel notwendig ist. Das erfordert auch eine neue Definition der Begriffe "Freiheit" und "Selbstbestimmung".

 

 

6. Falsche Anspruchshaltung

 

Wer sich wie die Aktivisten der Occupy-Bewegung für mehr Freiheit und Selbstbestimmung einsetzt, darf nicht wieder nach Vater Staat rufen, denn dann geschieht das genaue Gegenteil von dem, was gefordert wird. Die kollektivistischen Kräfte und mit ihnen die einengenden Gruppenzwänge erlangen erneut die Oberhand. Wir verlieren unsere hart erkämpften Selbstbestimmungsrechte und Freiheiten. Wir werden wieder gegängelt und bevormundet.

 

Wie also muss die wirkliche, die wahre Freiheit aussehen? Die wirkliche Freiheit ist kein Grundrecht, sondern ein Systemzustand.

 

Wie ist das zu verstehen?

 

Nun, das Recht auf Freiheit und persönliche Selbstbestimmung ist Teil der allgemeinen Menschenrechte. Die Rechte, die von vielen Demonstranten eingefordert werden, existieren also bereits. Sie werden sogar von vielen Staaten garantiert. Forderung somit erfüllt, aber dennoch ist offenbar keiner wirklich zufrieden. Woran liegts? Ganz einfach, an unseren Lebensumständen.

 

 

  • Wer einen Verkehrsunfall hatte und im Koma liegt, ist nicht frei. Er ist abhängig von Menschen und Maschinen.
  • Wer zu schwach und zu krank ist, um zu arbeiten, ist ebenfalls nicht frei. Er ist entweder abhängig von seiner Familie, von seinem Partner oder von staatlicher Unterstützung.
  • Wer nicht über genügend Bildung verfügt, dem sind ebenfalls enge Grenzen gesetzt. Er findet im Zweifelsfall keinen Job. Außerdem ist er nicht in der Lage, sich fundierte Informationen zu beschaffen, diese selbständig zu interpretieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Er ist ständig gefährdet, manipuliert und beeinflusst zu werden.  
  • Wem die Familie weg gebrochen ist, der muss sich sein eigenes soziales Netz aufbauen und am Leben erhalten. Dazu ist jedoch ein gewisses Maß an emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenz erforderlich. Wer das nicht drauf hat ist ganz schnell einsam und allein. Er ist im Notfall auf die Hilfe fremder Menschen angewiesen. Und die lassen sich das bezahlen.  
  • Wer sich an keinen Prinzipien festhalten und orientieren kann ist wankelmütig, unentschlossen und von Stimmungen abhängig. Diese Einstellung mögen zwar manche als Inbegriff der Freiheit interpretieren, sie stößt jedoch ganz schnell an ihre Grenzen.

 

Nur wer hinreichend gesund, vermögend, gebildet, beziehungsfähig und prinzipientreu ist, kann sich gegen den äußeren Druck, der auf uns allen lastet, behaupten. Wenn einer dieser Aspekte unzureichend entwickelt ist oder weg bricht, hat dies unmittelbare Auswirkung auf unsere Freiräume und unser Recht auf Selbstbestimmung.

 


Wir können an den Staat oder die Gesellschaft appellieren, dass der allgemeinen Rücksichtslosigkeit, den Eingriffen in unsere Privatsphäre und den Manipulationsversuchen aller möglicher Interessengruppen Grenzen gesetzt werden. Wenn wir Glück haben, gelingt dies auch im einen oder anderen Fall.

 

Auf unsere Gesundheit müssen wir jedoch selber achten, auf unsere Finanzen, unsere Bildung, unser soziales Netz und unser Weltbild ebenfalls. Das kann uns niemand abnehmen.

 

Weil wahre Freiheit kein Recht, sondern ein Systemzustand ist, müssen wir nicht die Gesetze, sondern das System verändern.

 

Politiker können zwar Gesetze erlassen, Systeme kippen können sie jedoch nicht. Dazu sind die Kräfte und die Entschlossenheit unserer gesamten Gesellschaft erforderlich. Deshalb fordere ich einen zweiten Paradigmenwechsel ein.

 

Der Staat und die Politiker sind hier die falsche Adresse. Einen Paradigmenwechsel kann man weder von "oben" verordnen, noch von außen erzwingen. Wir als Gesellschaft sind gefragt, wir selber und zwar jeder Einzelne von uns muss sich ändern. Und zwar nicht durch Zwang, sondern durch Einsicht.

 

Wegen all ihrer Nachteile, der Ungerechtigkeiten, der sozialen Unsicherheiten, der Staatsschuldenkrisen und dem Mangel an Teilhabe, bezeichne ich unsere aktuelle Gesellschaftsform als "unkultivierten Individualismus".

 

Um diese Nachteile zu beseitigen, dürfen wir uns jedoch nicht wieder zu unselbständigen und abhängigen "Gruppenmitgliedern", zum fügsamen Staatsvolk zurückentwickeln. Wir dürfen nicht unsere Freiheitsrechte und Selbstbestimmung aufgeben, uns irgendwelchen Partikularinteressen beugen, Monopolbildungen zulassen, alternativlose Entscheidungen widerspruchslos hinnehmen, unsinnige planwirtschaftliche Eingriffe akzeptieren oder anonym in der Masse untergehen, nein wir müssen unsere Individualität kultivieren und unsere entartete Ellenbogengesellschaft in eine "kultivierte Individualgesellschaft" verwandeln und darüber hinaus die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um sowohl an Wohlstand und Bildung, aber auch an politischen Entscheidungen teilhaben und partizipieren zu können.

 

Weder Parteien, noch Politiker, noch Beamte, noch Konzerne werden das freiwillig hinnehmen. Die meisten Gesetze und Verordnungen machen uns schließlich nicht freier, sondern schränken uns ein. Darüber hinaus sind zu deren Überwachung, Um- und Durchsetzung mehr Staatsbedienstete erforderlich, das treibt wiederum die Staatsausgaben in die Höhe. Also heißt die Lösung nicht mehr, sondern weniger Staat.

 

Wenn wir unsere individuellen Stärken verbessern und optimieren und uns gleichzeitig noch stärker vernetzen und noch besser organisieren, dann haben wir nicht nur Macht über uns selbst, sondern wir können als Kunde und als Wähler sowohl auf politische Entscheidungen, als auch auf das Marktgeschehen und den Wettbewerb massiven Einfluss ausüben und schließlich die herrschenden Systeme nachhaltig verändern. So, und nur so, lassen sich die Forderungen nach mehr Freiheit, Selbstbesitz und Selbstbestimmung realisieren.

 

 

Wolfgang Baumbast